Hi, I'm Nadine.

I am a visual designer &
illustrator, design writer and co-founder living in Berlin.

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Heute trifft gestern

28. Jul 2016

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Die in Berlin lebende gebürtige Chinesin Yang Liu ist bekannt durch ihre minimalistische Bildsprache und humoristische Betrachtungsweise von alltäglichen Situationen. Vor ein paar Jahren stellte sie die östliche und westliche Kultur so gegenüber und veröffentlichte das Buch »Ost trifft West«. Darin erfasste sie die kulturellen Unterschiede, die ihr hier im Vergleich zu China auffielen.

Ein ähnliches Projekt schuf sie kurz darauf mit »Mann trifft Frau«, das typisch weibliche und männliche Stereotypen gegenüber stellte.

Nun ist ein drittes Buch im sehr markanten reduzierten Piktogramm Stil beim Taschen Verlag erschienen: »Heute trifft gestern«, das – wie der Name schon erkennen lässt – Vergangenheit und Gegenwart miteinander vergleicht. Es ist Liu Antwort auf Fragen wie: Was sind die Unterschiede zwischen damals und heute? Wie verändern sich Gewohnheiten, Wahrnehmungen, Einstellungen und unser Weltbild?

Dafür greift sie sich verschiedene Begriffe aus den unterschiedlichsten Themenbereichen heraus: Essen, Bewegung, Wissen, Freizeit usw. und stellt damals und heute gegenüber.

In der Tat regen viele der kurzweiligen Gegenüberstellungen sehr zum nachdenken an, wenn z.B. gezeigt wird, wie ein Militäreinsatz früher aus zwei sich direkt gegenüber stehenden Personen bestand, während heute Drohnen eine indirekte Bedrohung darstellen. Oder der simple Vergleich der damaligen und heutigen Arktis und die Folgen für das Klima.

Es gibt aber auch Themen die früher wie heute gleich sind, das zeigt sie z.B. in der Gegenüberstellung von Tschernobyl und Fukushima. Generell sind besonders die Bildpaare der politischen Themen im Buch sehr markant und manchmal auch erschreckend. Viele Alltagsthemen sind wie ein vorgehaltener Spiegel, wenn es z.B. um die Nutzung technischer Geräte wie Smartphones geht.

Yang Liu ist auch mit diesem Buch wieder das Meisterstück gelungen sehr komplexe Sachverhalte mit einfachen Visualisierungen einzufangen. Ein schönes Buch für visuelle Denker, Freunde von Piktogrammen oder Geschichts-Interessierte.

Yang Liu. Heute trifft Gestern

Hardcover, in Leinen gebunden, 13 x 13 cm, 160 Seiten
ISBN 978-3-8365-5406-0
Erschienen in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
12,00 Euro

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Lust auf Lettering (Verlosung)

30. Jun 2016

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Auf dieses Buch habe ich eine ganze Weile gewartet, denn ich folge Martina Flor auf Twitter und Instagram und wusste daher schon lange, dass sie an einem Lettering Buch arbeitet. Inzwischen kommen immer mehr Lettering Bücher auf den Markt (allen voran das von Jessica Hische), die durchaus unterschiedliche Ansätze (und Qualitäten). Ich habe einige davon bereits zu Hause und freue mich, dass seit kurzem auch »Lust auf Lettering« dazu gehört. Der Name ist sprichwörtlich Programm, denn es macht wirklich große Lust aufs Lettering. Also Typo-Fan und Illustratorin ist Lettering die perfekte Disziplin für mich. Eigentlich. Ich habe mich ein paar Mal daran versucht mit mehr oder weniger durchschlagendem Erfolg. Dafür waren Martinas Workshops, die ich hier ganz nebenbei empfehlen möchte, ideal.

Ein von Nadine Roßa (@nadrosia) gepostetes Foto am

Sie vermittelt sehr gut die Grundsätze des Letterings und wie der ideale Arbeitsprozess aussieht. Der Teil in dem es um reines Skizzieren und Ideenfindung geht begeisterte mich noch vollends, das Digitalisieren in Illustrator hat mich hingegen wahnsinnig gemacht und noch mal aufgezeigt warum das Skizzieren so wichtig ist (damit man sich nicht verrennt nämlich).

Und genau diese Inhalte sind auch die Inhalte in Martinas Buch. Der Untertitel dazu heißt »Ein praxisbezogener Workshop in zehn Schritten«. Es ist damit das perfekte Lehrbuch mit den Inhalten des Workshops für alle, die sich die Grundlagen des Lettering selbst beibringen möchten.

Der Unterschied ist dabei im Vergleich zu anderen Lettering Büchern definitiv die Zielgruppe, denn es spricht professionelle Gestalter an und beginnt trotzdem mit den Grundlagen des Storytellings, des typografischen Auges und den Basics der Buchstaben. Da es aber immer um handgezeichnete Buchstaben geht (Lettering eben), liegt auch darauf immer der Fokus, besonders in der Gestaltung. In der Tat habe ich den Eindruck, das Buch besteht zur Hälfte aus Handzeichnungen, denn sowohl die Kapiteleinstiege als fast alle typografischen Anmerkungen und Notizen sind handgezeichnet. So entsteht ein schöner Kontrast zum gesetzten und erläuternden Teil des Buches.

Untermalt ist alles mit Arbeiten aus Martinas Portfolio, die zweifelsohne erkennen lassen wie viel Erfahrung sie inzwischen in diesem Bereich hat. Umso schöner, dass sie diese in diesem Buch weitergibt.

Es endet übrigens nicht rein mit dem Beschreiben des Prozesses sondern taucht auch tief in die Zeit nach dem Gestalten ein, wenn es darum geht wie man sich und seine Arbeit vermarktet oder ob man einen Agenten benötigt und wie man mit Feedback umgeht.

Eine absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung für jeden der sich auch nur ein wenig für Lettering interessiert.

Der Verlag hat uns auch dieses Mal ein Verlosungs-Exemplar bereit gestellt und einer von euch hat das Glück, es zu gewinnen. Schreibt dafür einfach bis zum 7. Juli in den Kommentaren, was für euch Lettering so reizvoll macht oder warum ihr es lernen wollt. Gewonnen hat Laura!

Lust auf Lettering — Martina Flor
Ein praxiserprobter Workshop in zehn Schritten
168 Seiten mit unzähligen Abbildungen, Tipps und Tricks
Format 21 x 24 cm
Halbleinenband mit farbiger Prägung
ISBN 978-3-87439-884-8
29,80 €

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Klarheit (Verlosung)

08. Jun 2016

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Kürzlich hörte ich auf der Republica einen Vortrag über das so genannte Digitale Detoxen, das ja aktuell viel besprochen wird. Es ist eine Folge auf unseren durchs Digitale sehr schnellen Lebenswandel, der uns wegen der ständigen Erreichbarkeit manchmal völlig einnehmen kann und keinen Spielraum zum »runterkommen« lässt. Ich nehme mich da nicht aus.

Als Konsequenz daraus kann ein Alltagshelfer nicht in digitaler Form existieren, sondern muss natürlich analog sein. Und natürlich darf er schon gar nicht überladen sein, denn er soll ja helfen zur Inneren Ruhe zu finden und Stressmacher zu entlarven. Das gelingt sehr gut mit den »Klarheit« Organizern von Sandro und Sarah. Sie sind sehr puristisch gestaltet und helfen damit den Fokus zu schärfen und einen Überblick zu wahren. Richtig benutzt, kann er helfen wichtige Antworten auf Fragen zu finden wie: Was ist dir wirklich wichtig und was willst du erreichen?

Das Design gibt gewollt sehr viel Platz für Ideen, Gedanken und Wünsche, die z.B. in Form von Zeichnungen dort festgehalten werden können. Es hilft sich selbst zu organisieren, indem man Schwachpunkte herausfiltert um diese gezielt anzugehen. So gelangt ganz nebenbei mehr Motivation in den Alltag. Gespickt ist das alles mit kleinen Geschichten, die helfen sollen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Ich mag besonders, dass »Klarheit« zwar ein Kalender ist, aber völlig zeitlos. Die 52 Wochen sind undatiert, man kann jederzeit loslegen und ist von Jahreswechseln völlig unabhängig (etwas was mich an Kalendern – nicht lachen – immer irgendwie wahnsinnig stört).

Darüber hinaus ist er sehr schön gefertigt, aus hochwertigen Materialien hier in Deutschland produziert. Er liegt toll in der Hand, hat eine angenehme Größe und passt in jede Handtasche.

Klingt alles super, nicht wahr? Ihr könnt den Life-Coach direkt auf der Website bestellen: http://www.halloklarheit.de/ oder mit etwas Glück hier eins von zwei Exemplaren gewinnen. Schreibt dazu bitte bis zum 10. Juni in den Kommentar, warum ihr mehr Organisation in eurem Alltag braucht. Gewonnen haben Kathrin und Tina.

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€32.90
Inkl. Versand innerhalb Deutschland

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TypeSelect – Der Textschriften-Fächer

18. Mai 2016

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Bestandteil des Designberufes sind während des Gestaltungsprozesses immer wieder Entscheidungen, die es zu treffen gilt und die breit gefächert sind. Das ist bei Farben so und besonders bei der Wahl der Typografie. Für ersteres sind Farbfächer schon lange Gang und Gäbe, vermutlich hat jeder Gestalter, der zumindest ab und an mit Print arbeitet Pantone oder HKS Fächer in der Schreibtisch-Schublade liegen. Die Schriftsuche gestaltet sich bei mir hingegen bisher ausschließlich digital, was dank MyFonts oder FontShop auch recht übersichtlich funktioniert. Was aber nicht heißt, dass es sich einfach gestaltet, denn mit der Masse an Schriften und der regelmäßig steigenden Zahl derer wird die Auswahl nicht unbedingt einfacher.

Der Hermann Schmidt Verlag holt das Thema Schriftwahl nun zumindest für Textschriften wieder zurück ins analoge – mit dem Format des Designern gut bekannten Fächers: TypeSelect – Der Textschriften-Fächer. Er zeigt 264 klassische und aktuelle Textschriften sowohl großer Type-Foundries als auch kleinerer, die noch neu auf dem Markt sind. Dabei haben sich die Macher bewusst auf Textschriften konzentriert, vermutlich wäre er sonst auch etwas unhandlich geworden. Aber es wird durchaus auf Details wie Kapitälchen, Mediävalziffern, alle Schriftschnitte von extralight bis ultrabold eingegangen und natürlich wird auch die Bezugsquelle genannt.

Innerhalb der Kategorien sind die Schriften so auf dem Layout platziert, dass das Vergleichen sehr leicht fällt. Eine sehr schöne Alternative zur digitalen Schriftwahl.

TypeSelect – Der Textschriften-Fächer

Michael Wörgötter
264 nach Ähnlichkeit sortierte Klassiker und Newcomer in Serif, Sans Serif und Slab Serif mit ihren Kursiven auf der B-Seite
280 Blatt
Format 5 x 21 cm mit zwei runden Ecken
Das analoge Schriftwahl-Tool mit Buchschraube im transparenten Schuber
49,80 €

Verlosung: Ihr könnt einen der Fächer bei uns gewinnen. Hinterlasst dafür bis zum 20. Mai einen Kommentar und erzählt, wie ihr bisher Schriften auswählt. Gewonnen hat Mick. Viel Spaß damit!

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Du bist da – und du bist wunderschön

13. Apr 2016

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Auf dieses Buch bin ich eigentlich wegen der Illustrationen gestoßen. Es enthält wunderschöne Bleistift-Illustrationen eines kleines Mädchens, die die Hamburger Illustratorin Birgit Lang erstellt hat. Sie haben einen wundervollen Charme und zunächst dachte ich, es wäre einfach ein Buch über ein kleines Mädchen und seine Geburt. Im Grunde ist es das auch, es geht um Emma Lou und ihren Weg in die Welt aus ihrer Perspektive erzählt. Es beginnt mit der glücklichen und hoffnungsvollen Schwangerschaft ihrer Mutter und der Freude ihrer Eltern. Nach der Geburt schlägt diese Vorfreude zunächst um, denn Emma Lou kommt mit dem Down-Syndrom auf die Welt und stürzt ihre Eltern in eine tiefe Krise. Sie malen sich eine düstere Zukunft aus und lernen zusammen mit Emma Lou, was Leben und Freude bedeutet und wie unabhängig diese von körperlichen Einschränkungen ist.

Es ist ein Buch über die Hoffnungen, die mit jeder Schwangerschaft einhergehen, über den Start ins Leben, der manchmal anders verläuft als geplant, ebenso wie das Leben selbst. Es ist wunderbar gezeichnet, ein DNA Strang zieht sich durch das ganze Buch. Es ist farbenfroh und durch und durch optimistisch, das gibt diesem Thema die oft fehlendende Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit.

In Zeiten der Pränataldiagnostik ist es ein besonders wichtiges Buch. Es berührt, tröstet und macht Mut, sich von vorgegebenen Denkmustern und Plänen zu lösen und sich einzulassen: Auf das Leben und alles was kommt.

»Du bist da – und du bist wunderschön«

Ein Buch von Evelyne Faye [Text] und Birgit Lang [Illustration]
Gestaltung & Cover-Design: Jo Jacobs
60 Seiten, gebunden, Hardcover, mit 25 doppelseitigen Illustrationen, Format 21 x 21 cm
ISBN 978-3-00-047276-3
Es kann über die Website bestellt werden: http://www.dubistda.net/

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Werther Reloaded

09. Apr 2016

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Grafische Neuinterpretationen von Literaturklassikern haben oft einen besonderen Charme. Die Handlung ist meist bekannt, spielt in einer anderen Zeit und ist daher mitunter nicht zwingend sofort zugänglich. Dazu kommt oft eine aus Schulzeiten andauernde Hassliebe.

Ähnlich verhielt es sich bei Franziska Walther. Wie für die meisten Abiturienten gehörte auch bei ihr Goethes »Leiden des jungen Werther« zum Lehrplan und zumindest damals funkte es nicht zwischen den beiden. Als sie später ihr Studium in Weimar begann war die erneute Auseinandersetzung mit Goethe quasi umumgänglich und so tastete sie sich erneut an den Werther heran. Erwachsener und mit neuem Blickwinkel erschien der Wether und sein Leid nun in anderem Licht. Sie entdeckte neue Facetten, die ihr damals nicht aufgefallen waren.

Da Franziska inzwischen als Illustratorin arbeitete, war die Idee zu »Werther Reloaded« geboren, sie wollte die Geschichte illustrativ neu interpretieren. Dafür erweiterte sie den Plot und nutzt das literarische Original lediglich als Referenz. Entstanden ist ein illustrativ sehr anspruchsvolles Buch, das den Werther ins Jetzt holt und trotzdem die Tonalität des Originals beibehält. Es nimmt sich den Raum, die eine Geschichte wie diese verdient und trotz der freien Interpretation ist Goethes Original am Ende ebenfalls abgedruckt, so dass es durchaus auch als Schulbuch funktionieren könnte. Es ist durch und durch liebevoll gestaltet und man merkt deutlich, dass Franziska Walther einen neuen Zugang zu dem Werk gefunden hat.

Franziskas Illustrationsstil ist sehr kraftvoll, Energie-geladen und farbenfroh, das trifft auch auf viele der anderen Werke zu, die sie unter anderem für den kleinen Mannheimer Kunstanstifter Verlag erstellt hat. Ein Blick auf ihre Website lohnt sich.

»Werther Reloaded«
ISBN: 978-3-942795-37-1
Format: 17,5 x 25,3 cm
Umfang: 224 Seiten
Preis: 24,50€

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Liebeslexikon

13. Feb 2016

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Ich muss gestehen, dass das hier eines der Bücher ist, die mich rein von der Gestaltung her mitgenommen haben. Okay, wahrscheinlich holt mich jedes Buch an der Stelle ab (oder eben nicht), aber in dem Fall waren es die farblichen Verläufe entlang der Bindung, die ich so bei noch keinem Buch gesehen habe. Durch das Pink sind sie etwas anrüchig, aber das ist bei einem Buch, das »Liebeslexikon« heißt sicher kein Zufall.

Generell sollte man nicht schüchtern sein, wenn man das Buch durchblättert, denn hier wird alles rund um die Liebe erklärt: Vom Zungenkuss bis zur Zigarette danach, von Eheversprechen und Eifersucht, von Cybersex bis zum Stellungswechsel – dieses Buch ist nicht zurückhaltend.

Natürlich fehlen hier auch die Bilder nicht. 141 Begriffe werden illustriert, definiert und erklärt und das höchst charmant. Entstanden ist es auf einem Ausflug von 33 Kreativen in ein einsames brandenburgisches Gutshaus und bezeichnet sich selbst als das einzige Lexikon mit Happy End: ein Liebeslexikon eben!

Und – huch – heute ist ja Valentinstag. Na so ein Zufall! Deswegen gibt es eins der Bücher hier für euch zu gewinnen. Hinterlasst dafür bis zum 17.2. einen Kommentar hier und mit etwas Glück geht das Buch auf den Weg zu euch. Gewonnen hat Tina. Herzlichen Glückwunsch!

Martin Conrads | Fons Hickmann | Franziska Morlok
Liebeslexikon
Gestaltung: Marie Scheffzük
Covergestaltung: Marc Damm
84 Seiten mit 140 Illustrationen in den Liebessonderfarben lila und pink
Format 10,7 x 15 cm
Klebegebundenes Flexcover mit runden Ecken und streichelzartem Softy-Frutta-Überzug
ISBN 978-3-87439-879-4
16,80 €

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BDG Gründerfibel – 2. Auflage

02. Feb 2016

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Die Gründerfibel des BDG geht in die 2. Auflage und ist ein Muss für angehende Kommunikationsdesigner, die sich selbstständig machen wollen. Der BDG und allen voran Christian Büning leisten da schon lange Pionierarbeit. Sie geben Hilfestellung bei der Kalkulation von Designdienstleistungen, erfassen das Berufsbild, geben Berufstipps, beraten rechtlich und vieles mehr. Das Kernstück dieser Fibel ist die fundierte Herleitung einer belastbaren Kalkulation des eigenen Stundenhonorars. Christian Büning bündelt hier nicht nur die gesammelten Erfahrungen aus dem eigenen Designbüro, sondern auch die Erfahrungen eines fast 100 Jahre alten Berufsverbandes.

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Ich habe Christian gebeten die Gründerfibel in einem Interview näher vorzustellen.

Warum schreibt man eine Gründerfibel?
Als ich mich vor über zehn Jahren selbstständig gemacht habe, hätte ich gut eine kompakte Sammlung wie die Fibel gebrauchen können. Über ein paar Umwege habe ich mal einen Vortrag gehalten, wie ich Design kalkuliere, davon hat der BDG erfahren und mich gefragt, ob ich Lust hätte, das noch mal zu machen. Seit 2009 bin ich also in Hochschulen in ganz Deutschland unterwegs und versuche, aus meinen Folien eine unterhaltsame Stunde hinzubekommen. Da ich nach jedem Vortrag immer gedrängt wurde, die Folien zur Verfügung zu stellen, die aber ohne Sprecher nicht funktionieren, habe ich mal alles aufgeschrieben. Und dann Gründerfibel genannt.

Wie kam es zur zweiten Auflage?
Ganz schlicht, die erste war vergriffen, da musste ich nachlegen. Bei der Gelegenheit habe ich noch ein paar Themen ergänzt, wie etwa »Präsentieren«, »Haltung« oder »Mein Produkt« für die Designer, die selber herstellen wollen. Jetzt ist der Umfang fast verdoppelt, da war ich auch überrascht. Den Liefertermin musste ich zweimal verschieben, da das Umschlagmaterial etwas anspruchsvoller war als gedacht. Aber allen, die eine Fibel vorbestellt hatten, habe ich ein kleines Dankeschön für die Geduld mitgeschickt.

Warum werden unternehmerische Fähigkeiten an Hochschulen immer noch zu wenig unterrichtet?
Es gibt ja mittlerweile ein paar Ausnahmen unter den Hochschulen. Die haben erkannt, dass Designer keine Künstler sind, sondern Unternehmer und bilden auch danach aus. Obwohl die Studenten längst wissen, dass dieser Teil wichtig für ihren Beruf ist und daher eine unternehmerische Ausbildung fordern, werden sie immer noch zu selten gehört. In meinen Augen ist der Designer ein praktischer Beruf, den man am besten von Praktikern lernt. So wie ein Professor, der Chirurgen ausbildet, selber ein guter Chirurg sein sollte, sollten Designer in der Lehre wissen, wie der Beruf geht. Dazu gehört ganz ausdrücklich die unternehmerische Praxis. Diese Ausbildung durch Praktiker ist bei den Architekten und Journalisten viel selbstverständlicher.

Müssen Designer denn alle Unternehmer werden?
Na ja, alle Designer sind per se Unternehmer, sonst wären sie Künstler. Designer müssen aber jetzt keine Industriehalle mit Hochregal auf der grünen Wiese kaufen, um Unternehmer zu sein. Es geht ja vielmehr darum, zu wissen, wie Unternehmer denken und handeln. Wenn ich als Designer keine Ahnung von Wirtschaft habe, werde ich als Dekorateur gebucht. Und auch so bezahlt. Wenn ich aber verstehe, was meine Auftraggeber wirklich wollen könnten, weil ich denken kann wie ein Unternehmer, dann werde ich als Designer gebucht und auch anständig bezahlt. Welcher Designabsolvent kennt schon den Unterschied zwischen einer GmbH und einer Limited? Welcher Absolvent hat denn das Rüstzeug, um entscheiden zu können, ob ein Problem zuerst firmennintern kommuniziert werden sollte oder nicht? Solche Entscheidungen sind existenziell für die Kommunikation und ich bin mir nicht sicher, ob die Absolventen das durchgehend drauf haben. Die Kursangebote an den Hochschulen zusammen mit Wirtschaftsfachbereichen sind auffallend schlecht besucht. Dazu gehört natürlich auch, dass ich als Designer kalkulieren kann, was meine Arbeit wert ist.

Gutes Stichwort: Wie erstelle ich denn eine gute Kalkulation? 
Auf jeden Fall nicht mit einer Preisliste, das ist was für Restaurants. Ich muss als Designer zwei Faktoren kennen: Wo ist meine Mindestgrenze und wie groß ist der Nutzen meiner Arbeit. Der erste Faktor ist leicht zu errechnen (www.bdg-kalkulator.de), ist aber halt eine Mindest-Kalkulation. Für den zweiten Faktor brauche ich Marktkenntnis, Erfahrung und Verhandlungsgeschick. Ich muss einschätzen können, welchen Nutzen meine Arbeit bringen wird, wie viel dieser Nutzen wert ist und wie viele Anbieter diese Leistung ebenfalls anbieten könnten. Dann bekomme ich sehr schnell einen Eindruck dafür, wie exklusiv oder wie massenhaft meine Leistung ist. Einen Pfeil kann fast jeder zeichnen, aber ein Wegleitsystem können nur wenige planen.

Brauche ich als Designer die Gründerfibel?
Man braucht nicht viel als junger Designer. Das, was in der Fibel steht, bekommt man auch in jedem guten Netzwerk, in dem man vertraulich mit Kollegen sprechen kann – also auch über Geld. Manchmal muss es aber Papier sein – übrigens verdammt leckeres Werkdruckpapier – und dafür ist die Fibel dann genau richtig.

Aus dem Inhaltsverzeichnis der BDG Gründerfibel:

BDG Gründerfibel – Werkstoffverlag
17 × 23 cm
128 Seiten (Erste Auflage: 68 Seiten)
gebunden im Paperback, fadengeheftet.
Alster Werkdruck Papier für guten Griff und gutes Lesen

Hier bestellen → http://www.werkstoff-verlag.de

oder GEWINNEN: Eins von drei Exemplaren. Hinterlasse bis zum 5.2. einen Kommentar und erzähle uns was für dich die größte Hürde beim Gründen war/ist. Gewonnen haben: Annika, Diana und Kati. Herzlichen Glückwunsch!

Logo Modernism

11. Dez 2015

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Wow!

Das war mein erster Gedanke, als ich das Paket zu diesem Buch geöffnet habe. Was für ein Buch! Noch bevor man es überhaupt aufgeschlagen hat, beeindruckt es schlicht durch sein Volumen. Es ist fast vier Kilo schwer und beinahe 40 cm hoch. Warum das so ist, sieht man, wenn man anfängt in dem Buch zu blättern. Es ist eine zutiefst beeindruckende Sammlung von etwa 6.000 (!) Logos, die über 70 Jahre zurück geht. Das Werk (und genau das ist die richtige Bezeichnung dafür) bildet Logos von großen Unternehmen und kleinen Geschäften ab, sortiert sie formal und ist somit Geschichtsbuch (Die Einleitung ist eine Einführung in die Historie der Logo-Gestaltung) und Inspirationsquelle in einem.

Die ersten Logos des Buches sind aus dem Jahr 1940, denn das ist der Zeitpunkt – so beschreiben die Autoren – in der sich im Grafik-Design die Moderne bemerkbar macht. Und das Medium Logo wird dabei besonders geprägt. Klare grafische Formen beginnen gegenständliche Zeichnungen abzulösen und das traf damals wie heute auf die Logo-Gestaltung zu.

Was beim Lesen des Buches besonders deutlich wird: Es ist das Schlichte und Einfache, das besonders beständig ist. Viele der erfassten Logos, die zwischen 1940 und den 80er Jahren entstanden, wirken auch heute noch schlicht und zeitlos und könnten auch aus der Feder von heutigen Branding-Agenturen stammen.

Durch den Verzicht auf Farbe in der Abbildung der Logos, ist es besonders einfach sie gegenüberzustellen und miteinander zu vergleichen. Ausführliche Fallstudien wie das Corporate Design der Olympischen Spiele in Mexiko runden das Buch ab. Am Ende werden das Leben und die Werke bekannter Designer wie Adrian Frutiger, Paul Rand oder Anton Stankowski eingehender vorgestellt.

Ein ganz großartiges Werk, das eigentlich ein Muss für alle Logo und Brand-Designer ist. Es ist schier unerschöpflich was neue Ideen betrifft, die ja eigentlich schon recht alt sind und trotzdem immer noch gut funktionieren. In gewisser Weise ist es auch ein Fingerzeig an heutige Designer, sich auf Ideen und nicht auf Effekte bei der Gestaltung zu fokussieren. Großen Respekt an Jens Müller und den Taschen Verlag für dieses Buch.

Logo Modernism
Jens Müller, R. Roger Remington
Hardcover, 24,6 x 37,2 cm, 432 Seiten
ISBN 978-3-8365-4530-3
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
€ 49,99

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Du bellst vor dem falschen Baum

08. Dez 2015

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Vor einiger Zeit hörte ich den Leitmotiv Podcast von Leitmedium aka Caspar Mierau, bei dem Judith Holofernes zu Gast war. Judith ist Sängerin von »Wir sind Helden« (nur falls irgend jemand das nicht weiß) und erzählte dort unter anderem von einem Buch, das gerade erschienen ist: Du bellst vor dem falschen Baum.

Judith schreibt schon länger nicht nur Liedtexte sondern auch Gedichte, die sie per Twitter (kurz) und Blog (lang) teilt. Ein besonderes Faible hat sie dabei für Tiergedichte, die schon länger auf ihrem Blog veröffentlicht werden und eben jene sind jetzt in einem Buch erschienen. Warum es ausgerechnet Tiergedichte sein müssen? Vermutlich wegen ihrer großen Liebe und Faszination für Tiere, sie ist selbst mit sieben Tieren aufgewachsen, findet Tiere selbst unglaublich komisch und nun bedichtet sie eben jene.

Ein Gedichtband über Tiere wäre aber nur halb so spannend, wenn er nicht auch entsprechend illustriert wäre. Und das ist dieser und zwar wunderschön. Die Illustratorin Vanessa Karré hat jedes der Gedichte mit so schönen wie absurden Collagen bebildert und so gelingt es, in eine eigenwillige und irgendwie schräge (im positiven Sinne) Parallelwelt abzutauchen, wenn man sich im Buch festliest. Passenderweise ist das Buch im Tropenverlag erschienen.

Ein schönes Geschenk für Tierliebhaber, Lyrikfans, Wir-sind-Helden-Fans und Collagen-Freunde.

Du bellst vor dem falschen Baum

Tiergedichte mit Illustrationen von Judith Holofernes
104 Seiten, gebunden,
2 Ausklapptafeln, durchgängig vierfarbig illustriert von Vanessa Karré
ISBN: 978-3-608-50152-0
17,95 EUR

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Mein Körper

02. Dez 2015

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Ganz grundsätzlich bin ich schwer verliebt in das Programm von Kleine Gestalten, das ist die Kinderbuch-Abteilung des Gestalten Verlags. Und die ist – wie zu erwarten ist – einfach nur wunderbar. Ich freue mich jedes Mal, wenn es neu erscheint und könnte am liebsten einmal alles direkt bestellen. Der Verstand sagt aber nein, deswegen stelle ich einfach mal ein paar ausgewählte Bücher vor.

Eines ist das hier: Mein Körper – erklärt und illustriert, ein Buch über den Körper für Kinder. Herausgegeben hat es Golden Section Graphics, die Berliner Agentur hat sich auf qualitativ hochwertige Infografiken spezialisiert. Und wer denkt Infografiken wären nur für Erwachsene, irrt sich gewaltig. Dieses Buch zeigt nämlich sehr anschaulich, dass infografisch aufbereitete Themen auch für Kinder absolut interessant sein können.

In »Mein Körper« wird der Körper quasi visuell zerlegt: von Skelett über den Knochenaufbau zu den Nerven und Sinnesorganen bis zur Fortpflanzung wird einfach verständlich aufbereitet und erklärt wie der menschliche Körper funktioniert. Ich behaupte mich da aufgrund meines Alters ganz gut auszukennen, das Buch ist aber auch für Erwachsene (Gestalter) eine große Freude. Nicht nur, dass man ja irgendwie immer doch noch was lernt, es ist wahnsinnig liebevoll gestaltet und manchmal merkt man nur anhand von Details wie der Headline Schrift oder der Ansprache, dass die Zielgruppe wirklich Kinder sind.

Jede Seite hat ein eigenes Farbschema, das immer bunt aber doch dezent und mit dem Fokus auf die wichtigsten Fakten auskommt. Die Illustrationen sind Vektorillustrationen, die genau die richtige Detailtiefe besitzen.

Ein ganz tolles Buch für kleine Ärzte von morgen oder einfach alle, die neugierig sind, wie der Körper aufgebaut ist. Auf dem Buch ist zwar keine Altersangabe erwähnt, ich schätze aber Kinder ab Schulalter sollten daran wirklich Freude haben.

Mein Körper – Erklärt und Illustriert

Illustration von Golden Section Graphics, Text von Antje Helms
Format: 24 x 28 cm
vollfarbig, Hardcover, 48 Seiten
Sachbuch, Deutsch
ISBN: 978-3-89955-711-4
19,90 Euro

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Die Welt der wilden Tiere im Norden

23. Nov 2015

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Der Hamburger Illustrator Dieter Braun – herausragender Illustrator mit einem Faible für wilde Tiere hat ein neues Buch heraus gebracht. Genau genommen ist es der Nachfolger des Buches »Die Welt der Wilden Tiere im Süden«, denn nun hat er sich auf dem Weg durch den Norden gemacht, weswegen das neue Buch genau so heißt »Die Welt der Wilden Tiere im Norden«.

Darin nimmt er dieses Mal die Tiere der Nordhalbkugel unter die Lupe und noch viel mehr – bereitet sie grafisch und illustrativ so wundervoll auf, dass man eigentlich am liebsten jedes der Motive gerahmt an die Wand hängen möchte. Sein unverkennbarer geometrischer Stil gepaart mit granularen Texturen macht das Durchblättern des Buches zu einer visuellen Reise voller animalistischer Eindrücke. Er besitzt ein wunderbar einzigartiges Gespür für Farben und Formen, die seine Arbeiten so wundervoll lebendig wirken lassen.

Das Buch ist aber nicht nur schön anzusehen, es hat auch einen ernsten Hintergrund. Der Mensch macht es den Tieren durch das Eindringen in ihre Lebensräume nicht leicht. Denn fast ein Drittel der im Buch enthaltenen Tiere sind in ihrem Fortbestand bedroht, einige sogar unmittelbar vom Aussterben. Dieter’s Buch ist damit nicht nur eine visuelle Reise durch die nordische Tierwelt sondern auch ein wenig ein Lehrbuch. Der Leser erfährt in kurzen Texten, warum die Tiere so heißen wie sie heißen, wie und wo sie leben, wovon sie sich ernähren und vieles mehr.

Ein wunderschönes Buch, das Lehrbuch, Coffer Table-Buch und Wohn-Accessoire zugleich ist. Und ein paar der Zeichnungen kann man tatsächlich gerahmt an die Wand hängen: http://brauntown.bigcartel.com/ (Ich habe übrigens den Humpback Whale im Wohnzimmer)

Dieter Braun
Die Welt der wilden Tiere im Norden
Gebunden, 144 Seiten
durchgehend farbig illustriert,
Preis € 29,95
ISBN 978-3-86873-822-3

http://www.brauntown.com/

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Understanding Branding

11. Nov 2015

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Schon während meines Studiums (das nun auch schon ein paar Jahre zurück liegt) war ich auf der Suche nach einem Buch, das Corporate Design Prozesse ausführlich beschreibt und als Leitfaden dienen kann. Leider wurde ich da nicht fündig, denn es gab zwar Bücher über Corporate Design, die waren aber entweder reine Showcase Bücher oder aber zu allgemein gehalten. Ein richtiges Handbuch wäre mir damals am liebsten gewesen. Leider gab es keins.

Umso mehr freute ich mich, als mir Daniela Hensel vor ein paar Jahren erzählte, dass sie an solch einem Buch arbeitet. Daniela ist Expertin auf dem Gebiet, sie hat bei Metadesign und Schindler und Klatt (heute Realgestalt) gearbeitet, wo sie komplexe Corporate Design Projekte betreut hat. Sie ist inzwischen Professorin für Corporate Design an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und das Buch von dem sie damals sprach, ist gerade erschienen: Understanding Branding. Und ja, es ist genau das Buch, nach dem ich damals gesucht habe. Es beleuchtet den Gestaltungsprozess von Corporate Design Projekten komplett von vorne bis hinten. Das fängt mit der generellen Bedeutung von Marken an, beantwortet Fragen auf der Suche nach der richtigen Agentur, erklärt wie man Prozesse plant, beauftragt, versteht und nicht zuletzt gestaltet. Es liest sich sehr angenehm und flott und ist fachlich sehr gut geschrieben. Man merkt, dass Daniela viele Jahre Erfahrung in dem Bereich mit sich bringt.

Nach dem sehr anschaulichen theoretischen Teil gibt es am Ende auch noch drei sehr umfangreiche Showcases von drei namhaften Agenturen: GetyourGuide von Edenspiekermann, Konzerthaus Berlin von Metadesign und Vorwerk von Strichpunkt. Die Entstehungsprozesse sind hier anschaulich und ausführlich dokumentiert – von ersten Ideenskizzen bis zur ausführlichen Projektdokumentation. Sie runden den theoretischen Teil damit wunderbar ab.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es nicht nur für Designer geschrieben ist, sondern auch für die Kundenseite – also die Marketingverantwortlichen – und auch für sie als Leitfaden herhalten kann. Es nimmt die Sichtweisen beider Seiten ein und funktioniert für beide Zielgruppen gleichermaßen gut.

Ein wirklich gelungenes Buch für alle, die sich an irgend einem Punkt mit Corporate Design beschäftigen, sowohl auf Designer- als auch auf Kundenseite. Ich wage sogar zu behaupten, dass es ein Standardwerk werden könnte.


Understanding Branding:
Strategie- und Designprozesse verstehen und anwenden
von Daniela Hensel
34,90 Euro
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
erschienen bei Stiebner

http://www.understanding-branding.de

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EdenSpiekermann

Metadesign

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A bisserl weiter geht’s immer

05. Nov 2015

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Vor einiger Zeit habe ich euch an dieser Stelle Sebastian Lörschers Buch »Making friends in Bangalore« vorgestellt. Er reiste damals durch Indien und hielt seine Eindrücke in einem Skizzenbuch fest, das er später als Buch veröffentlichte.

Nun gibt es sozusagen einen Nachfolger davon. Diesmal war Sebastian in Österreich mit Stift und Skizzenbuch unterwegs und hielt seine Eindrücke vor Ort erneut zeichnerisch fest. Sein Strich ist dabei auch hier wieder das ganz besondere an seinen Zeichnungen. Er bewirkt, dass man sich als Betrachter wie Mitten im Geschehen fühlt, weil alles so lebendig wirkt. In seinem Buch portraitiert er Orte und Persönlichkeiten und beschreibt visuell und textlich kleine Geschichten. Sie spielen im Wiener Kaffeehaus oder am Würschtlstand und handeln von philosophierenden Bergbauern, feinen Wiener Damen, galanten Flohmarktverkäufern und aufgeregten Tierschützern.

Sein Werk bezeichnet er selbst als »Graphic Theatre« — ein zeichnerischer Streifzug durch das Land. Die kleinen Geschichten sieht er dabei als Theater-Szenen. In der Tat ist das Buch wie ein kleiner visueller Theaterbesuch. Auf den Zeichnungen im Kaffeehaus kann man die Aufgeregtheit einer solchen Lokalität beinahe hören. Die Zeichnungen der Berge haben den Klang von Ziegen-Glocken wie in den Heidi Geschichten, die Männer am Stammtisch liegen förmlich nach Zigaretten. Lörscher hat dabei die Gabe mit wenigen Strichen unglaublich viel einzufangen, das was man bei Texten als – zwischen den Zeilen – bezeichnen würden. Ein unglaublicher Genuss für die Augen.

Sebastian Lörscher
A bisserl weiter geht’s immer
Mit dem Skizzenbuch durch das wilde Österreich

Broschur, Format ca. 18 x 26 cm
Ca. 144 Seiten; Farbschnitt
€ 24,95; ISBN 978-3-86406-053-3

Hier bestellen

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Ein guter Plan

29. Okt 2015

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Dass Papierkalender nicht totzukriegen sind, habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben. Nun gibt es mit »Ein guter Plan« ein weiteres Argument dafür. »Ein guter Plan« ist Terminkalender, Lebensplaner und Sachbuch in einem. Das klingt zunächst einmal sehr ambitioniert, ist tatsächlich aber als Werkzeug gedacht, sich selbst, die eigene Arbeitsweise und damit auch die Art zu leben, zu hinterfragen. Er ist als Helfer gedacht, als eine Art Planer, der hilft herauszufinden, was man wirklich will. Klingt so banal wie simpel, denn gerade das ist manchmal gar nicht so einfach. Häufig ist man im Alltagstrott gefangen und es fehlen die Freiräume genau das zu hinterfragen und damit auch zu erkennen. Was bleibt ist ein Gefühl der latenten Unzufriedenheit, das einem sagt, dass man etwas ändern müsse — nur eben was ist nicht immer offensichtlich.

Da setzt »Ein guter Plan« an. Er möchte Orientierung bieten und helfen Strukturen zu erkennen. So soll eine Achtsamkeitsampel helfen, Stressmuster zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Darüber hinaus enthält es Sachtexte, die sich mit Themen wie minimalistisch Leben, Lernen, Achtsamkeit, Handy-Sucht befassen.

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Hinter »Ein guter Plan« stecken Milena Glimbovski und Jan Lenarz. Erstere ist dem aufmerksamen Social Media Nutzer als Gründerin von Original Unverpackt bekannt, dem ersten Supermarkt Berlins ohne Einwegverpackungen. Jan ist Gründer von Vehement, der einzigen nachhaltigen Extremsportmarke der Welt. Sie haben das Buch aus Eigenbedarf heraus entwickelt, denn sie haben beide persönlich gemerkt, was es heißt sich im Stress zu verlieren. Das ist weder gut für die Physis noch für das Wohlbefinden. Um sich Freiräume zu eröffnen, die ermöglichen die Problempunkte zu erkennen und anzugehen, bedarf es Strukturen und die soll »Ein guter Plan« dokumentieren.

Gestern ist das Crowdfunding dazu gestartet. Als Unterstützer erhält man auch eine PDF-Version des Kalenders für den Rest des Jahres und kann quasi direkt loslegen.

→ einguterplan.de

→ startnext.com/einguterplan

Das Beste von Allem

27. Okt 2015

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Und dann sind da diese Bücher, die so wunderbar einfach und wunderschön sind, dass man sich einfach freut, dass jemand die Idee hatte und sie auch umgesetzt hat. Ein solches Buch ist »Das Beste von Allem«, herausgegeben von Jutta Bauer und Katja Spitzer. Es bezeichnet sich selbst als ein »Katalog der vielen Dinge« und genau das ist es auch. 60 Illustratoren waren eingeladen Dinge zu zeichnen. Und zwar immer die gleichen Dinge: Schurken, Katzen, Bärte, Häuser, Sessel usw. So sind fast 900 Bilder entstanden, die thematisch angeordnet abgebildet werden. Dadurch entstehen viele kleine Geschichten, die nicht aufgeschrieben und noch nicht erzählt sind.

Entstanden ist die Idee aus einer Kindheitserinnerung heraus: Als Kind blätterte Jutta Bauer am liebsten in Warenhaus-Katalogen. Auf jeder Seite präsentierten sich ihr hier die unterschiedlichsten Gegenstände in vielen verschiedenen Ausführungen. Sie weckten Sehnsüchte und Wünsche, was wäre also wenn man dieses Prinzip auf ein Buchprojekt überträgt. Gedruckte Kataloge braucht es nun heutzutage nicht mehr, für illustrierte Kataloge allerdings gibt es viel Spielraum.

»Das Beste von allem« ist eine Mischung aus Katalog 2.0 und Wimmelbuch, Werkschau und Bilderbuch. Was der Betrachter daraus macht, ist ihm völlig selbst überlassen. Kinder können sich in neuen Geschichten verlieren, das schönste und hässlichste Objekt finden, Fachleute können sich in der Vielzahl der Stile verirren. Die ist nämlich spannend und ein toller Überblick über die zeitgenössisches Illustration. Es sind bekannte Illustratoren dabei (wie z.B. Judtih Drews, Nadia Bude, Felix »Flix« Görmann, Philipp Wächter) aber auch viele Newcomer. Auch das macht den Charme des Buches aus.

Es bleibt zu wünschen, dass es vielleicht eine Fortsetzung gibt. Denn ich bin sicher, es ist längst noch nicht alles gezeichnet.

Jutta Bauer | Katja Spitzer (Hg.)
»Das Beste von Allem«
25,00 € (D) | 25,70 € (A) | 35,50 sFr
Hardcover: 112 Seiten
Format: 20 × 27 cm
Ab 6 Jahren
ISBN 978-3-8489-0097-8

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Push.Conference 2015

14. Sep 2015

pushfacts_fadebg Zum vierten mal in Folge vereint die push.conference Profis der digitalen Branche die danach streben, herausragende interaktive Erlebnisse in Form von Produkten, Apps, Webseiten und Installationen zu erschaffen – inspiriert von realen Bedürfnissen und unterstützt durch die Kombination von Design, Technologie und Design Thinking. An zwei aufeinander abgestimmten Tagen vermischt sich die etablierte UX/UI-Szene mit den Fähigkeiten einer neuen Generation von kreativen Entwicklern und Technologie-Enthusiasten. Organisiert von Designern, ist die Konferenz geprägt von der Leidenschaft einen aktiven Beitrag für die kreative UX Szene zu leisten. Bereits das vierte Jahr bringen die Kuratoren relevante Inhalte von sorgfältig ausgewählten Sprechern, die ihre praktischen Erfahrungen teilen, mit ihren Visionen inspirieren und aufzeigen, wohin die Reise geht. User Experience ist überall – Multiscreen und Internet of Things Großartige Benutzererlebnisse finden nicht nur im Web oder in Apps statt. Unsere Benutzer leben in einer Welt, in der sie täglich mit mehr verschiedenen Geräten, Betriebssystemen, Wearables, Onlinediensten, interaktiven Terminals und Medieninstallationen konfrontiert werden. Benutzer betrachten und erleben digitale Produkte nicht isoliert – also dürfen wir als UX Designer sie auch nicht so entwickeln. Auf der push.conference treffen sich Designer und Entwickler, die ausgezeichnete digitale Produkte für alle Plattformen entwickeln. Wir amüsieren uns noch über den vernetzen Kühlschrank, aber das IoT ist mittlerweile überall um uns herum angekommen. Die Idee omnipräsenter, miteinander verbundener Geräte ist stärker als je zuvor und erreicht die Produktlinien von Startups wie Nest genauso wie von etablierten Marken wie Apple, Bosch und Siemens. Simone Rebaudengo, Speculative Interaction Designer bei Frog und der Mobile-Platform-Experte und Autor Josh Clark werden aufzeigen, welche Entwicklung zu erwarten ist und wie wir unsere Produkte so gestalten, dass sie in einem global vernetzten Ökosystem von morgen erfolgreich sind. Der Mensch als Designfaktor verstehen lernen User Research ist ein wichtiger Bestandteil um die Voraussetzungen für Dienste und Benutzerschnittstellen zu definieren. Diese Erkenntnisse zu konkreten Funktionen eines UI werden zu lassen ist allerdings nicht immer einfach. Deshalb ist es essentiell auch zu verstehen, wie Emotionen und die menschliche Psyche das Verhalten unserer Benutzer beeinflussen. Experience Researcherin Pamela Pavliscak und der Gründer von ui-patterns.com, Anders Toxboe, präsentieren ihre Strategien wie man positive Emotionen und persuasive UI Elemente nutzt, um eine Verbindung mit dem Benutzer herzustellen die dabei hilft Entscheidungen zu treffen und den Nutzer zu lenken. User Experience ist überall – Multiscreen und Internet of Things Innerhalb eines iterativen und von Lean UX geprägte Designprozesses ist Prototyping eine essentielle Fähigkeit. Heather Daggett, Sr. Experience Design Prototyperin von Intuit wird zeigen, wann und mit welchem Detailgrad Prototypen dabei helfen können Designentscheidungen zu treffen und Innovation ermöglichen. Designer bekommen konkreten Rat, wie sie ihre Energie gezielt für den Aufbau technischer Fähigkeiten einsetzen können. Genauso wichtig wie ein gutes Konzept sind auch die finalen Pixel auf dem Screen, die Nutzer sehen und mit denen sie interagieren. Weitere Vorträge auf der push beschäftigen sich damit, wie Informationen mit Hilfe von interaktiven Visualisierungen zugänglicher gemacht werden können, wie liebevolle Details und kontextabhängige Interfaces die großartige User Experience von Medium.com erschaffen und wie das dynamische Nutzen von Raum und Animation die Struktur von multidimensionalen Interfaces prägen. Mehr als nur eine Konferenz Während der push.conference gibt es die Möglichkeit an Ganztages-Workshops von ausgewählten Sprechern teilzunehmen. Teilnehmer lernen dort in kleinen Gruppen praxisnahe Methoden unter Anleitung von Experten ihres Gebietes. Wer ohnehin über einen Besuch bei der Konferenz nachdenkt, für den ist ein Workshop die ideale Ergänzung. Das Teilnehmerfeld ist begrenzt auf 450 Gäste, daher sind Tickets schnell vergriffen. An der push.conference teilzunehmen bedeutet neben Inspiration und Praxiswissen auch Teil einer engagierten Gruppe aus UX Profis von Produkt-Teams Google, BMW oder Bosch ebenso wie von visionären Agenturen wie frog, SinnerSchrader oder intuity zu sein. Mit einem hochwertigen Programm, einer spannenden interaktiven Ausstellung und einer Reihe an Networking-Gelegenheiten verlässt man die Konferenz nach zwei Tagen nicht nur voller Tatendrang, sondern auch gut vorbereitet für das nächste Projekt. Infos Termin: Freitag, 23. & Samstag, 24. Oktober 2015 Location: Alte Kongresshalle an der Theresienwiese, München Website: http://www.push-conference.com/2015 Verlosung Schätzt doch bitte, wie viele Kilometer alle Sprecher der push.conference 2014 ingesamt zurücklegen mussten, um nach München zu kommen. Wer am nächsten dran ist, gewinnt eines von zwei Freikarten zur push.conference 2015! Die richtige Antwort ist 72.580,7 km. Gewonnen haben Joss und Johannes. Aaaaber: Jeder der Teilnehmer erhält einen 20% Rabatt auf das Ticket. Gebt dafür den Code »FriendsDMIG« hier ein: http://push-conference.com/2015/tickets

Lissabon – im Land am Rand.

31. Aug 2015

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Vor einigen Jahren war ich das erste Mal in Portugal und Lissabon und ich habe Lissabon als wahnsinnig tolle Stadt in Erinnerung mit gutem Essen, tollen Häusern, netten Gässchen und wahnsinnig vielen Hügeln. Ich wundere mich daher nicht, dass es Leute gibt, die sich Hals über Kopf in die Stadt verlieben – so wie Alexandra Klobouk.

Alexandra hat nach ihrem Studium einige Zeit in Lissabon gelebt und wie auch schon über ihre Zeit in Istanbul ein Buch gemacht: Lissabon – im Land am Rand (Lissabon, num país sempre à beira). Da Alexandra auch Illustratorin ist, ist das Buch eine Art illustriertes Tagebuch über ihr Leben, ihre Gedanken und Beoachtungen dort und vor allem wunderschön anzusehen. Gestaltet wurde es von Eva Goncalves.

Es ist ein kurzweiliges Buch, man kann es in einer Stunde durchlesen, aber diese Stunde reicht, um in die Stadt, ihre Geschichten und die Gedanken von Alexandra tief einzutauchen. Sie schafft es, das persönliche Lebensgefühl in einer fremden Stadt aufzugreifen und zu vermitteln. Der Zeichenstil ist dabei irgendwo zwischen Skizzen, Sketchnotes und Comic und wundervoll anzusehen. Alexandra pickt sich kleine Szenen aus ihrem Alltag heraus oder zeigt einfach nur Beobachtungen, die typisch für Lissabons Bewohner sind und webt sie in ihre persönliche Geschichte ein.

Auch wenn die meisten Abbildungen humorvoll sind und daher leichter zu konsumieren, schaffen es auch die schwermütigen Geschichten den Leser abzuholen. Denn natürlich kann ein Buch über Portugal auch das aktuelle Geschehen der Wirtschaftskrise nicht ausblenden und was es mit den Leuten macht, die für uns nur Personen aus den Nachrichten sind, für Alexandra aber Freunde.

Das Buch ist sowohl auf Portugiesisch als auch auf Deutsch geschrieben und arbeitet zweifarbig schwarz und blau – was ihm auf der einen Seite die nötige Ruhe gibt aber auf der anderen Seite auch kraftvoll genug wirkt, um dunkle Wolken oder aufbrausende Stürme abzubilden. Es ist klein und handlich und unaufdringlich. Wie ein tolles Reise-Souvenir.

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Alexandra Klobouk
Lissabon – im Land am Rand.
Lisboa – num país sempre à beira.
Erstausgabe in deutscher und portugiesischer Sprache.
Übersetzung Aires Graça
Gestaltung Eva Goncalves.
120 Seiten
13,5 cm x 18,5 cm
Pappband
ISBN 978-3-945596-05-0
16,95 €
http://www.vielundmehr.de

Wer mehr über die portugiesische Küche wissen will, dem sei ebenfalls Alexandra’s Buch „Die portugiesische Küche — A Cozinha Portuguesa“ empfohlen.