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BDG Gründerfibel – 2. Auflage

02. Feb 2016

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Die Gründerfibel des BDG geht in die 2. Auflage und ist ein Muss für angehende Kommunikationsdesigner, die sich selbstständig machen wollen. Der BDG und allen voran Christian Büning leisten da schon lange Pionierarbeit. Sie geben Hilfestellung bei der Kalkulation von Designdienstleistungen, erfassen das Berufsbild, geben Berufstipps, beraten rechtlich und vieles mehr. Das Kernstück dieser Fibel ist die fundierte Herleitung einer belastbaren Kalkulation des eigenen Stundenhonorars. Christian Büning bündelt hier nicht nur die gesammelten Erfahrungen aus dem eigenen Designbüro, sondern auch die Erfahrungen eines fast 100 Jahre alten Berufsverbandes.

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Ich habe Christian gebeten die Gründerfibel in einem Interview näher vorzustellen.

Warum schreibt man eine Gründerfibel?
Als ich mich vor über zehn Jahren selbstständig gemacht habe, hätte ich gut eine kompakte Sammlung wie die Fibel gebrauchen können. Über ein paar Umwege habe ich mal einen Vortrag gehalten, wie ich Design kalkuliere, davon hat der BDG erfahren und mich gefragt, ob ich Lust hätte, das noch mal zu machen. Seit 2009 bin ich also in Hochschulen in ganz Deutschland unterwegs und versuche, aus meinen Folien eine unterhaltsame Stunde hinzubekommen. Da ich nach jedem Vortrag immer gedrängt wurde, die Folien zur Verfügung zu stellen, die aber ohne Sprecher nicht funktionieren, habe ich mal alles aufgeschrieben. Und dann Gründerfibel genannt.

Wie kam es zur zweiten Auflage?
Ganz schlicht, die erste war vergriffen, da musste ich nachlegen. Bei der Gelegenheit habe ich noch ein paar Themen ergänzt, wie etwa »Präsentieren«, »Haltung« oder »Mein Produkt« für die Designer, die selber herstellen wollen. Jetzt ist der Umfang fast verdoppelt, da war ich auch überrascht. Den Liefertermin musste ich zweimal verschieben, da das Umschlagmaterial etwas anspruchsvoller war als gedacht. Aber allen, die eine Fibel vorbestellt hatten, habe ich ein kleines Dankeschön für die Geduld mitgeschickt.

Warum werden unternehmerische Fähigkeiten an Hochschulen immer noch zu wenig unterrichtet?
Es gibt ja mittlerweile ein paar Ausnahmen unter den Hochschulen. Die haben erkannt, dass Designer keine Künstler sind, sondern Unternehmer und bilden auch danach aus. Obwohl die Studenten längst wissen, dass dieser Teil wichtig für ihren Beruf ist und daher eine unternehmerische Ausbildung fordern, werden sie immer noch zu selten gehört. In meinen Augen ist der Designer ein praktischer Beruf, den man am besten von Praktikern lernt. So wie ein Professor, der Chirurgen ausbildet, selber ein guter Chirurg sein sollte, sollten Designer in der Lehre wissen, wie der Beruf geht. Dazu gehört ganz ausdrücklich die unternehmerische Praxis. Diese Ausbildung durch Praktiker ist bei den Architekten und Journalisten viel selbstverständlicher.

Müssen Designer denn alle Unternehmer werden?
Na ja, alle Designer sind per se Unternehmer, sonst wären sie Künstler. Designer müssen aber jetzt keine Industriehalle mit Hochregal auf der grünen Wiese kaufen, um Unternehmer zu sein. Es geht ja vielmehr darum, zu wissen, wie Unternehmer denken und handeln. Wenn ich als Designer keine Ahnung von Wirtschaft habe, werde ich als Dekorateur gebucht. Und auch so bezahlt. Wenn ich aber verstehe, was meine Auftraggeber wirklich wollen könnten, weil ich denken kann wie ein Unternehmer, dann werde ich als Designer gebucht und auch anständig bezahlt. Welcher Designabsolvent kennt schon den Unterschied zwischen einer GmbH und einer Limited? Welcher Absolvent hat denn das Rüstzeug, um entscheiden zu können, ob ein Problem zuerst firmennintern kommuniziert werden sollte oder nicht? Solche Entscheidungen sind existenziell für die Kommunikation und ich bin mir nicht sicher, ob die Absolventen das durchgehend drauf haben. Die Kursangebote an den Hochschulen zusammen mit Wirtschaftsfachbereichen sind auffallend schlecht besucht. Dazu gehört natürlich auch, dass ich als Designer kalkulieren kann, was meine Arbeit wert ist.

Gutes Stichwort: Wie erstelle ich denn eine gute Kalkulation? 
Auf jeden Fall nicht mit einer Preisliste, das ist was für Restaurants. Ich muss als Designer zwei Faktoren kennen: Wo ist meine Mindestgrenze und wie groß ist der Nutzen meiner Arbeit. Der erste Faktor ist leicht zu errechnen (www.bdg-kalkulator.de), ist aber halt eine Mindest-Kalkulation. Für den zweiten Faktor brauche ich Marktkenntnis, Erfahrung und Verhandlungsgeschick. Ich muss einschätzen können, welchen Nutzen meine Arbeit bringen wird, wie viel dieser Nutzen wert ist und wie viele Anbieter diese Leistung ebenfalls anbieten könnten. Dann bekomme ich sehr schnell einen Eindruck dafür, wie exklusiv oder wie massenhaft meine Leistung ist. Einen Pfeil kann fast jeder zeichnen, aber ein Wegleitsystem können nur wenige planen.

Brauche ich als Designer die Gründerfibel?
Man braucht nicht viel als junger Designer. Das, was in der Fibel steht, bekommt man auch in jedem guten Netzwerk, in dem man vertraulich mit Kollegen sprechen kann – also auch über Geld. Manchmal muss es aber Papier sein – übrigens verdammt leckeres Werkdruckpapier – und dafür ist die Fibel dann genau richtig.

Aus dem Inhaltsverzeichnis der BDG Gründerfibel:

BDG Gründerfibel – Werkstoffverlag
17 × 23 cm
128 Seiten (Erste Auflage: 68 Seiten)
gebunden im Paperback, fadengeheftet.
Alster Werkdruck Papier für guten Griff und gutes Lesen

Hier bestellen → http://www.werkstoff-verlag.de

oder GEWINNEN: Eins von drei Exemplaren. Hinterlasse bis zum 5.2. einen Kommentar und erzähle uns was für dich die größte Hürde beim Gründen war/ist. Gewonnen haben: Annika, Diana und Kati. Herzlichen Glückwunsch!

33 Kommentare

Die größte Hürde war – neben dem Aufstellen des Businessplans – tatsächlich das Ausloten des realistischen Stundensatzes … in Zeiten des Preisdumpings, wo es immer noch eine studentische Fachkraft gibt, die die Honorare nach unten biegt und somit die Sensibilität des Kunden für Preis/Leistung und Aufwand stört.

Außerdem muss ich mich ins Administrative reinfuchsen: woher AGBs, Dienstleistungsverträge, rechtliche Hinweise, Mahnwesen usw. Da ist ein solches Werk sicherlich sehr hilfreich.

Julian Henn

Hürden beim Einstieg in die Selbständigkeit sind für mich u.a. Administrative Dinge, von denen man als Angestellter in der Regel verschont bleibt: Preisfindung, Kalkulationen, Buchhaltung und alles Rechtliche.

Auch ich würde mich über ein Exemplar freuen.

Kati

Meine “Gründung” steht noch bevor, bisher hab ich mich lediglich über Gewerbeanmeldung informiert und trau mich noch nicht so Recht – daher käme mir die Fibel gerade sehr gelegen :)

Nico

Ich bin gerade dabei alle wichtigen Informationen zu Sammeln um demnächst den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Die größte Hürde dabei ist eigentlich, dass ich überhaupt nicht weiß “WIE?!”. Das fängt an bei, was muss ich eigentlich verdienen um am Ende über die Runden zu kommen? Welche Versicherungen brauche ich? Wie muss ich mich rechtlich absichern? Nutzungsrechte, wann und wie? Es sind einfach so viele Fragen, die mit Sicherheit einfach zu klären sind – die Antworten ingebündelter Form zu finden ist aber leider fast unmöglich. Von daher würde ich mich über ein Exemplar wahnsinnig freuen! Denn momentan steh ich mir eigentlich nur selbst im Weg!

Bei jeder Gründung sind mir persönlich immer die rechtlichen Angelegenheiten am schwersten gefallen: Richtige Rechtsform, Verträge etc.

Hier sollte man immer einen vernünftigen Rechtsbeistand haben um auf Nummer sicher zu gehen.

Lina

Da ich mich am Ende meines Studiums befinde, ist die “Gründung” vielleicht nicht gleich der nächste Schritt, doch eine Möglichkeit für die Zukunft. Dafür wäre die Fibel sicherlich eine sehr gute Grundlage.

Miriam

Die größte Hürde ist der kaufmännische Bereich einer Selbstständigkeit: Wie schreibe ich Angebote richtig? Welche Leistung berechne ich mit welchem Preis? Muss ich einen Vertrag machen oder reicht ein Handschlag?…

Janet

Ich will mich erst selbständig machen, deswegen kann ich zur “größten Hürde” nicht viel schreiben. Aber ich denke, dass ich Schwierigkeiten mit der passende Unternehmensform bekommen könnte. Es wäre also super dieses Buch zu haben.

Anna

Den Mut aufzubringen sich trotz gelegentlicher Unsicherheiten nicht unter Wert zu verkaufen.

Eva

Stimme zu: Alles was sich um das Kaufmännische dreht ist auch für mich (sogar nach Jahren der Selbständigkeit) noch schwierig. V.a. die Preisgestaltung. Ich bin einfach keine Geschäftsfrau… Ein bisschen Hilfe in dem Bereich könnte ich gut gebrauchen!

Sascha

Die größte Hürde: Menschen zu überzeugen!

Laura

Andere davon zu überzeugen das ich nicht zu jung, zu unerfahren oder zu leichtgläubig sei und das ich als Designerin kaum ein Risiko eingehe, da ich vorher keinerlei Investitionen tätigen musste. Bzw. lernen negative Kommentare zu tolerieren und einfach zu machen, was ich für Richtig halte.

Über das Buch würde ich mich wahnsinnig freuen, da ich immer noch recht am Anfang stehe und schon länger einen guten und kompakten Leitfaden suche.

Eberhard Rapp

Ein böhmisches Dorf: Künstlersozialkasse, Krankenversicherung, sonstige wichtige Versicherungen, Rentenversicherungen, – alles Dinge, die mich im Grunde beim Arbeiten blockieren und mir viel Zeit klauen, die aber trotzdem auf jeden Fall gelöst werden sollten. Wer informiert mich über all das, ohne mir gleich seine Versicherung aufs Auge drücken zu wollen? Wo gibt es unabhängige Beratung, was ein Gründer braucht (und auch: was nicht)? Hiiiilfe!

M

Aus alter Erfahrung … man braucht wirklich ein gutes Netzwerk. Das kann eine Hürde oder der größte Vorteil sein.

Lena

Für mich die größten Hürden: Netzwerken, netzwerken, netzwerken…

Dave

Eine sehr große Hürde war: Home Office oder Büro/Studio mieten? Bin ich bereit unfassbare Summen für ein nettes Büro in Hamburg aus dem Fenster zu werfen?

MF

Meine größte Hürde, die richtige Nische zu finden und zu vermarkten.

karsten

Der komplette Schritt in die Selbständigkeit liegt noch vor mir und fragen über fragen schwirren im Kopf rum ob der schritt aus dem Nebegewerbe ins Hauptgewerbe der richtige ist?

Anja

Klingt nach einem tollen Werk worin alles Nötige, für den Start in die Selbstständigkeit, zusammen gefasst ist! Das war, bzw. ist für mich die größte Hürde, zuverlässige, aktuelle und verständliche Informationen auf einen Blick ” für den Sprung in’s kalte Wasser” zu finden. Vielleicht wird es mit der Gründerfibel auch etwas wärmer. Sehr interessant.

Kunden finden via Netzwerken.. Immer noch schwer, da ich von Zuhause arbeite.. Auf das Buch würde ich mich besonders freuen… Ich liebe ja Papier!

Paule

Alles wo Eurozeichen hinter stehen.

Renate

Die größten Hürden waren & sind es teilweise auch heute noch: sich bzw. die eigene Arbeit zu verkaufen und der ganze Papierkram! ;-)

Lena

Genau da stehe ich heute! Ich dachte ich sei Designer, am Start meines eigenen Studios bin ich aber viel mehr Kaufmann, Stratege, Netzwerker – dazu wäre die Gründerfibel gold wert!
Das schwierigste ist aber immer noch, Verständnis für die kreative Branche zu finden, wo es dem Kunden klar ist, dass Design eben keine Kunst ist, sondern Kommunikation und somit reines Business.

Niko

Die größte Hürde für mich ist schon der erste Schritt, also die Entscheidung sich selbstständig zu machen.

Diana

Meine große Hürde war und ist, meinen hohen Anspruch und die Ausdauer und Leidenschaft, mit der ich designe, mit meiner ebenso wichtigen Rolle als Mutter zweier kleiner Kinder zusammenzubekommen.

Anne

Die größte Hürde war für mich der Schritt aus einem gemütlichen und bequemen Arbeitsverhältnis. Für mich eine kleine Mutprobe, die jetzt ungeahnte Ernergien möglich gemacht hat: Dadurch, dass ich mein eigener Chef bin, ist der Anspruch meiner Arbeit auf ein extrem hohes Level gewachsen. Und die gleichzeitige Aufgeregtheit und Existenzsorge gibt mir einen enormen Antrieb. Das direkte Feedback von Kundenseite ist eine enorme Bereicherung, die (im meisten Fall) gute Laune macht. Ich frage mich jetzt, wieso ich den Schritt nicht schon eher gegangen bin.

Das Buch klingt wahnsinnig spannend und hilfreich. Ich würde mich über diese Lektüre sehr freuen, da in bürokratischen Dingen noch jede Menge aufbereiten muss.

Claudia

Ich hadere noch etwas diesen Schritt zu wagen, obwohl mir einige Leute dazu raten. Jedoch habe ich ebenfalls Respekt vor dem kaufmännischen Teil sowie dem Aspekt immer im Gespräch bleiben zu müssen und zu netzwerken – der Gestalter wird gleichzeitig zum Kaufmann, BWL-er, Berater, Kontakter etc. Hier können die richtigen Tipps und das Basiswissen wahrscheinlich schon helfen, sich sicherer zu fühlen und einen bei dieser Überlegung bestärken.

Jessica

Die größte Hürde: Menschen davon überzeugen, welchen Wert die eigene Arbeit hat. – in Zeiten von Homepage-Baukästen , Logos “ab 5€ ” und Crowdsourcing für Kreative, ist das nicht einfach.

Ich finde beim Gründen ist einmal das Kalkulieren zunächst schwierig und aber auch das Finden der eigenen Position auf dem Markt sowie die eigene Präsenz bzw. auch das eigene Corporate Design. Dadurch, dass man es ja (meistens) selber gestaltet, ist man natürlich auch dazu verleitet, öfter einmal etwas zu verändern, einfach auch weil man es kann. Dabei aber eine Konsistenz zu finden und zu halten, sich selber also gewissermaßen auch als Marke einordnen zu können finde ich eine interessante und oft auch schwierige Frage. Da hilft dann ein Blick von außen um zu erfahren, wie andere einen selber wahrnehmen.

Christian

Noch habe ich nicht gegründet. Aber wenn es bald so weit wäre, wäre meine größte Sorge, wie ich an Aufträge käme. Da ist wahrscheinlich der Anfang am allerschwersten.

Sonia

Die größte Hürde Ich(Ausdauer, Ideen, Ausstrahlung, Überzeugung u.v.m.) und das Ganze an sich! Das richtige Design, der richtige Kunde, das richtige Ende.

Dave

Es gibt aktuell noch mehrere Hürden, warum ich den Schritt noch nicht gewagt habe. Eine davon ist “konzentriertes, effizientes Arbeiten”, auch wenn kein Chef oder Kollege einem kritisch auf den Monitor schielt. Ich lasse mich schnell ablenken und würde es vmtl. an manchen Tagen etwas lockerer angehen lassen als aktuell im Angestelltenverhältnis.

Jula

Die Unsicherheit, wie ich längere Leerlaufphasen wirtschaftlich und mental überstehen würde, hat mich bisher vom Schritt in die Selbstständigkeit abgehalten. Auf das neue Kapitel “mein Produkt” bin ich deshalb besonders gespannt, weil es eine Lösung für mein Problem sein könnte.

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