Hi, I'm Nadine.

I am a visual designer &
illustrator, design writer and co-founder living in Berlin.

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Making of: Sketchnote Love + Verlosung

30. Jul 2015

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Vor ein paar Jahren lief ich auf der TYPO in Berlin Eva Lotta Lamm über den Weg. Sie hatte ein kleines Heftchen dabei, in der sie die Talks, die sie besuchte festhielt. Allerdings nicht mit „normalen“ Notizen – sprich: in Form von Text auf Papier schreiben – sondern visuell. Sie zeichnete quasi was sie hörte und das auf sehr charmante Weise. Ich war Feuer und Flamme und fing an das Gleiche zu machen. Anfangs etwas ungelenk aber nach und nach wurde es besser und inzwischen habe ich mehrere Hefte voller eben solcher Sketchnotes.

In der Tat kann ich mir Konferenzbesuche ohne Sketchnotes nicht mehr vorstellen. Ihre Entdeckung waren eine kleine Erhellung für mich, denn ab da begann ich mir Inhalte von Talks viel besser einzuprägen. Ich blieb während der Vorträge „wacher“ und aufmerksamer und freute mich am Ende, wenn wieder eine Seite gefüllt war, die den Inhalt des Gesagten auf einen Blick wieder gab.

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Foto: Norman Posselt mit freundlicher Genehmigung von Monotype/Fontshop.

Vor ein paar Wochen kam mir dann in den Sinn, dass alles irgendwie zusammen zu fassen und zwar anders, als sie nur hier und da über Twitter und Instagram zu posten. Dort hatte ich bisweilen tolles Feedback bekommen, auch wenn ich glaube, dass meine Sketchnotes wirklich nur mir inhaltlich etwas sagen. Aber darum geht es beim Sketchnoten ja. Außerdem hatte ich lange kein eigenes Projekt nur für mich mehr gemacht und Side-Projects haben eine unglaubliche Energie, die ich nun endlich mal wieder ausleben konnte.

Ich schaute also ob die Domain sketchnote-love.com noch frei war. Yeah, war sie. Ich hatte bis dahin selten Glück mit .com Domains und nahm das als Zeichen irgend etwas daraus zu machen.

Nur was?
Typisch Designer: Ich fing erstmal mit einem Logo an. Denn das macht a) großen Spaß und b) an irgend einer Stelle würde ich es schon brauchen. Und selten ist die Idee für ein Logo so klar wie in diesem Fall: Ich hatte sofort diese Herzen, die man als Tätowierungen kennt vor Augen, nur eben statt des Pfeiles einen Stift. Wie genau ich das zusammenbringen und die visuelle Anmutung von Sketchnotes mit einbringen könnte, war mir dann leider nicht genau so schnell klar. Aber Design ist immer ein Prozess, normalerweise in Austausch mit dem Kunden, der dieses Mal aber ich selbst war und ich bin kein einfacher Kunde ;). Nach einigem Hin und Her kam ich aber an einen Punkt mit dem Ergebnis höchst zufrieden zu sein.

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Nun, da ich ein Logo hatte, ging es also an die Seite selbst. Ich hatte zunächst eigentlich nur vor, meine Sketchnotes dort zu zeigen, merkte aber schnell, dass das vielleicht etwas langweilig ist und man vielleicht noch mehr daraus machen könnte. Da fiel mir ein, dass ich oft gefragt werde, wie ich das mit den Sketchnotes denn eigentlich mache: Worauf ich achte, wie ich sie aufbaue usw. Und so entstand ein Mini-Tutorial (wirklich nur Mini), das die Basics für Einsteiger und Interessierte erklärte. Und wo ich doch schon mal den Logo-Prozess so schön dokumentiert habe, fand diese Geschichte auch seinen Platz. Außerdem liebe ich Design-Prozesse und Einblicke in andere Skizzenbücher und Arbeitsweisen.

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Ich trage mich darüber hinaus schon länger mit dem Gedanken Workshops zu geben und es gab in der Tat einige Nachfragen. Sobald ich mal etwas Zeit habe, mich damit inhaltlich näher zu befassen, gehe ich dieses Thema mal an und dann gibt es hier mehr Infos dazu, versprochen.

Zum Sketchnoten gehört auch das richtige Handwerk. Dafür habe ich eine ganze Weile rum probiert, denn Fineliner ist nicht gleich Fineliner und Marker nicht gleich Marker. Inzwischen habe ich da für mich den richtigen Weg gefunden, ich arbeite viel mit den FineOnes von Neuland – generell die perfekte Adresse für Materialien rund ums Sketchnoten und darüber hinaus auch noch unglaublich nett. Neuland hat mir nämlich ein paar Utensilien zur Verfügung gestellt, die ich euch verlosen darf! Mit dabei sind besagte FineOnes, Finliner, ein Notizbuch und das Einsteigerbuch zum Thema von Mike Rohde: Das Sketchnote Handbuch, das ich generell wärmstens empfehlen kann. Ihr müsst das alles gar nicht kaufen, denn ich verlose hier drei Sketchnote Love Beginner-Pakete. Stilecht mit Temporary Tattoos zur Liebes-Bekundung.

Website: sketchnote-love.com

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Verlosung: Wenn ihr eines der Pakete gewinnen wollt, hinterlasst dafür hier bis zum 6.8. einen Kommentar und erzählt mir warum ihr Sketchnotes liebt oder lieben lernen wollt.

There is an English version of the post here.

Random.org hat gesprochen! Gewonnen haben: Marcel H., Ina und Patricia. Viel Spaß und Happy Sketching!

Über den Wert von Designleistungen

27. Jul 2015

Im Großen und Ganzen schätze ich meine selbständige Arbeit sehr. Es gibt allerdings ein paar Sachen, die mich nach all den Jahren (elf um genau zu sein) immer noch stören, mal weniger, gerade mal wieder mehr: Preisverhandlungen.

Genau genommen sind die eigentlich gar nicht nötig. Ich habe einen festen Stunden-/Tagessatz, arbeite transparent und dadurch, dass ich das schon lange mache auch schnell, so dass es selten Überraschungen diesbezüglich gibt. Ich muss der Fairness halber sagen, dass ich auch wirklich viele Kunden habe, mit denen ich auf dieser Basis schon lange und gut zusammen arbeite. Aber manchmal kommen Aufträge eben nicht zustande, entweder wird das dann nett verpackt („Wir haben uns entschieden mit dem alten Designer weiter zusammen zu arbeiten“) oder manchmal auch direkter benannt („Wir haben jemanden gefunden, der billiger ist.“)

Dennoch gibt es offenbar besonders bei Design-Leistungen bei vielen potentiellen Kunden das Gefühl nicht genug Leistung für das Geld zu bekommen, das man bereit ist zu bezahlen. Ich verfolge seit einiger Zeit Diskussionen dazu im Netz und in einer Gründerinnen-Gruppe. Bei Fragen nach Kosten für Logos und wo man so etwas sehr günstig her bekommt, werden dort häufig designenlassen und 99designs empfohlen. Da sich in der Gruppe auch viele Designerinnen befinden, versteht sich von selbst, dass die Emotionen dort hoch kochen und heiß diskutiert wird, so wie eigentlich immer wenn man vor Designern das Wort Crowdsourcing fallen lässt. Die Argumente dazu drehen sich auf beiden Seiten im Kreis: Kann mir das nicht leisten, muss ja keiner mitmachen, man weiß ja nicht was man bekommt für sein Geld und am Ende sind die 500 Euro weg. (Ich möchte eigentlich nicht mehr das Bäcker und Brötchen Beispiel anbringen, aber das Video hier trifft es einfach zu gut).

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Warum ich das hier gerade aufschreibe? Wegen dieses Artikels hier: G7-Logo kostete 80 000 Euro. Wie allzu häufig wird medial lediglich ein Ergebnis und ein Preis genannt, sicher nicht zufällig so angelegt, dass der Leser sich darüber schön echauffieren kann. Besonders ärgern mich dabei solche Sätze: „Unzählige Meetings von Grafikdesignern waren offenbar notwendig, um das Logo von der Idee bis zur Umsetzung zu verwirklichen.“

Offenbar??? Mit Sicherheit!
Denn Design, liebe Autoren, liebe Leser, ist immer ein Prozess. Design ist eben nicht ClipArts aus dem Internet fischen und zum Logo ummodeln. Design ist Ideen ausprobieren, verwerfen, aufgreifen, erweitern, präsentieren.

Und deswegen kostet ein Logo eben Geld. Ich möchte hier gar nicht so sehr ins Detail gehen, ob 80.000 Euro gerechtfertigt sind oder nicht, dafür kenne ich den Prozess viel zu wenig. Aber so viel sei gesagt: Für 200 Euro gibt es keinen Designprozess mit Ergebnissen, an denen man intensiv gearbeitet, vielleicht viel verworfen und auch ausprobiert hat. Design kostet Geld. Sorry, aber isso.

Ich empfehle dazu auch diesen Artikel von EdenSpiekermann: “It’s not the logo”, denn die Diskussion wird ganz besonders häufig auch bei Städtelogos geführt.