Strategiebild für KontrAST Jugenhilfe Lübeck

In einem Strategiebildworkshop habe ich einmal den Prozess des Erstellens eines Strategibildes (oder auch Visions- oder Zielbild) von vorne bis hinten durch gespielt und zwar professionell betreut. Ich führe hier ausnahmsweise mal komplett durch den Prozess.

Farbiges Strategiebild der stationären Jugendhilfe: Kinder, Jugendliche und Fachkräfte sitzen um ein Feuer als Symbol für Wärme, Stabilität, Beziehung und Partizipation in einer gemeinschaftlichen Umgebung.

Was ist ein Strategiebild?

In einer immer komplexer werdenden Welt, sind Bilder wichtiger denn je, um ein (gemeinsames) Verständnis von Themen zu bekommen. Zeichnen wird dabei ein Kommunikationswerkzeug und Bilder eine universelle Sprache.

Deswegen sind Strategie-, Ziel- oder Visionsbilder ein unersetzliches Element um eine gemeinsame Sprache zu finden.

Ich habe schon einige Strategiebilder erstellt, wollte aber einmal tief in den Prozess eintauchen und habe daher einen Strategiebild-Workshop bei Martina Grigoleit und Gabi Schlipf belegt, die beide schon viele Jahre Erfahrung damit haben.

Glücklicherweise hatten sie reale Kundinnen dabei zum üben, denn so entstand ein Strategiebild, das man auch nach außen zeigen kann. Das ist nämlich oft nicht der Fall.

So läuft die Erstellung eines Strategiebildes ab:

1. Konzept und Ideenfindung

Dieser Punkt kann sehr aufwändig sein oder sehr kurz – je nachdem wo im Prozess das Gegenüber steht.

In diesem Fall sind wir sehr tief mit den Kundinnen in das Thema eingestiegen. Haben Erfahrungen, Historie, Wünsche und Ziele ab- und hinterfragt.

Man kann zu der Phase auch sagen: Denken oder Arbeiten mit dem Stift. Diese Konzeptphase ist intensiv und anstrengend, macht aber auch mega Spaß.

Heraus gekommen ist diese erste Skizze, die ich eigentlich ganz cool fand.

Strategiebild in der Entwurfsphase: Zwei handgezeichnete Skizzen zeigen erste Ideen zu Gemeinschaft, Kooperation und Partizipation in der Jugendhilfe.
Strategiebild-Workshop in der Jugendhilfe: Mehrere Personen diskutieren im Stuhlkreis, im Hintergrund eine projizierte Sketchnote mit Visualisierungen zu Gemeinschaft, Stabilität und Partizipation.
Die Kundinnen geben im Prozess live Feedback

2. Ideenskizze ausarbeiten und in Iterationen überarbeiten

Manchmal ist der erste Gedanke aber nicht der Beste. Also haben wir in dem Fall direkt mal alles über den Haufen geworfen und eine ganz neue Idee mit einer neuen Bildmetapher ausprobiert.

Skizzenhaftes Strategiebild mit handschriftlichen Notizen: Visualisierte Werte wie Gemeinschaft, Kooperation und Erlebnispädagogik rund um ein zentrales Symbol.

Ich kam weg von der reinen Logik des ersten Entwurfes hin zu einer Version, die eher ein Gefühl aufgriff.

Dank des Briefings mit den Kundinnen wussten wir, dass Begriffe wie Pfadfinder und Natur wichtig sind und so wurde im nächsten Entwurf das Lagerfeuer das Kernstück.

Entstehung eines Strategiebildes: Eine Illustratorin arbeitet am Tisch an Skizzen, Notizen und Visualisierungen zur strategischen Ausrichtung der Jugendhilfe.

Ich stellte dann fest, dass mein Blatt nicht ausreichte und habe richtig gebastelt und angebaut. Absolut notwendig und okay in dieser Phase des Prozesses.

Strategiebild als Skizze an der Wand: Eine gezeichnete Szene mit Menschen um ein Feuer, ergänzt durch Begriffe wie Gemeinschaft, Stabilität und Wärme schaffen.

Die Idee hier war: Die Mitte (das Lagerfeuer) ist der Kern des ganzen Bildes. Alle Akteure ordnen sich rund herum an. In erster Reihe die Kinder und Jugendlichen um die es geht, in zweiter Reihe alle Mitwirkenden von MitarbeiterInnen über Therapeutinnen bis Jugendamt.

Umrahmt wird alles von der Erlebnispädagogik und dem Haus, das entstehen soll.

3. Nach Skizzenabnahme folgt die Reinzeichnung

Wenn das alles steht und abgenommen ist, ist das Wichtigste geschafft. Nun geht es ans Reinzeichnen, in meinem Fall digital auf dem iPad. Ich habe zunächst die Konturen ausgearbeitet, ohne Farbe aber mit Schrift und auch diesen Stand noch einmal abnehmen lassen.

Strategiebild als Illustration: Eine vielfältige Gruppe von Kindern und Erwachsenen sitzt um ein Feuer mit der Aufschrift „Wärme teilhaben lassen“, getragen von den Werten Stabilität, Beziehung und Partizipation.

4. Kolorieren!

Nun kommt endlich Farbe ins Spiel, denn mit Farbe kann man nochmal sehr gut Stimmung transportieren. Der Grünton war quasi gesetzt – auf Kundinnenwunsch und weil alles in der Natur spielt. Die Wärme des Lagefeuers spielt eine ebenso wichtige Rolle und sollte sich wiederfinden.

Farbiges Strategiebild der stationären Jugendhilfe: Kinder, Jugendliche und Fachkräfte sitzen um ein Feuer als Symbol für Wärme, Stabilität, Beziehung und Partizipation in einer gemeinschaftlichen Umgebung.

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